Gedanken

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Das Portal der Predigerkirche in Erfurt

Joh. 1,5

“Das Licht kam in die Finsternis, und die Finsternisse hat´s nicht ergriffen.”

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              Seeungeheuer

Denken ist Bewegung. Misstraue ersessenen Gedanken.

Um populär zu werden, genügt es, einen populären Irrtum zu erfinden.

Das Ding ist die katholische Version der Sache.

Neunzig Prozent der Theologen haben einen Beweggrund für ihr Schaffen: ihren Vater.

Deutschland wird den pastoralen Anklang nicht los: seine Denker schreiben, als ob Orgelgetön die musikalische Entsprechung wäre.

Das 21. Jahrhundert, wie es sich bisher präsentiert, ist der Durchbruch leibfeindlicher Metaphysiker.

Wer Askese fordert, fördert seinen Gewinn.

Klassen unterscheiden sich durch ihre Einstellung zu Privatsphäre und Verantwortung.

 

Das Gute definiert sich in jedem Bereich durch das Maß der Erkenntnis der Verbundenheit des Einzelnen mit Allem.

Philosophische Praxis ist rationale Erlösung. Die Transzendenz des Menschen ist seine Vernunft.

Den schlechten Praktiker erkennt man an der Allüre.

 

Ein Zustand ist ewig, solange er dauert.

Die Ideologien des 20. Jahrhunderts gleichen den Rauschmitteln; es gibt keine, die die natürliche Berechtigung eines Apfels hätte.

Ein gutes Rauschmittel wirkt durch sein eigenes Gift; es muss nicht von Außerhalb schöpfen, nicht kontrastieren. So gesehen, sind die Ideologien des 20. Jahrhunderts schlechte Rauschmittel.

Die Pest der –ismen. Wie kann sich ein Geist so verfangen.

Meine Immunität gegen Heilsversprechen und Heilsfiguren. Ewige Trennlinie zwischen mir und den Zeitgenossen.

Deutsche Dichter des 20. Jahrhunderts - Brecht und Kästner vor allem - sind Schulmeister, es weht ein Muff von Kreide und Schülertränen durch ihre Werke. Unbehaglich.

Die Hoffnung erst gab mir Raum für die Angst. Erst als ich zu hoffen anfing, es könnte ein besserer Tag kommen, spürte ich Angst, zuvor war es namenloses Grauen.

 

 

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sterbender Gallier

Ein guter Autor schreibt nicht so, wie er lebt, sondern wie er liebt.

Es ist ein unerhört großer Unterschied zwischen autobiographischem und autopsychischem Schreiben - das wird oft verwechselt. Schlechte Autoren kleben überkonkret am Selbsterlebten und bringen nichts zuwerke als autobiographisches Geraune. Gutes Schreiben ist jedoch nicht autobiographisch, sondern autopsychisch: die historische Gewordenheit des Autors zum Zeitpunkt des Werks eröffnet den Raum, um Figuren und psychologische Motive entstehen zu lassen. Der Autor ist so der seelische Immanenzgrund seiner Gestalten - nicht der Icherzähler.

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